Stellvertretende Teamkoordination
Mein Name ist Anemone Hartmann, ich bin seit Juni 2019 in der mobilen Blutspende beim Blutspendedienst des Bayrischen Roten Kreuzes tätig, dort auch seit 2023 stellvertretende Teamkoordination.
Wie ich meinen Weg zum Blutspendedienst fand:
Ich war ein gefühltes halbes Leben Führungskraft im Einzelhandel, bis meine Tochter geboren wurde und ich keine Erfüllung mehr in dem Beruf sah.
So kam ich mit Hilfe meines damaligen Partners zu der Entscheidung, dass ich etwas völlig neues wagen möchte - und so bin ich mit Mitte 30 nochmal zur Schule gegangen und habe eine 3-jährige Ausbildung zur MFA in einer Rehaklinik gemacht. Dort war mein hauptsächlicher Aufgabenbereich die morgendliche Blutentnahme aller Patientenneuzugänge. Dort habe ich auch im wahrsten Sinne „Blut geleckt“.
Als feststand, dass ich nach der Ausbildung nicht in der Klinik bleiben wollte, stand ich vor der Frage, wie es weiter geht.
Ich las viele Stellenangebote, arbeitete auch das ein- oder andere Mal probeweise in einer Praxis, aber es war nicht DAS, was ich suchte.
Dann stolperte ich im Internet über die Homepage des Blutspendedienstes. Ich schickte meine Bewerbung ab, dann ging alles wirklich schnell. Eine telefonische Aufklärung erfolgte zeitnah, Arbeitszeiten, Verdienst, Boni etc. - daraufhin auch schon das Bewerbungsgespräch. Kurz danach wiederum schon der Probearbeitstag. Und da wusste ich - das ist MEIN JOB. Und der Job fand mich auch gut, 2 Monate später hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Seitdem gab es keinen Tag, an dem ich nicht gerne zum Termin gefahren bin.
Für mich lief alles wirklich perfekt, ich habe viel mehr Zeit für meine (mittlerweile schon größere) Tochter, als ich es in einem anderen Beruf hätte. Dadurch, dass wir auch als Teilzeitkräfte ganze Schichten arbeiten, bin ich nicht täglich im Dienst. In unserer Disposition werden Wünsche und auch Überstundenausgleich fair besprochen. Durch eine sehr frühzeitige Veröffentlichung meines Dienstplanes können wechselnde Einsatztage gut geplant und familiär abgesprochen werden.
Neben den Arbeitszeiten ist auch die Arbeitsplatzgestaltung ein entscheidender Aspekt für mich gewesen. Durch meine körperlichen Einschränkungen kann ich leider nicht jeden Beruf im medizinischen Umfeld so ausführen, wie ich es gerne wollen würde. Beim Blutspendedienst habe ich alles, was ich wollte. Viel Blut 😉, Kommunikation, positiver Stress während der Entnahmezeit und trotz körperlicher Einschränkungen im täglichen Auf- und Abbau keine zu große körperliche Belastung. Wir retten mit jeder Spende bis zu drei Menschenleben, wer kann das schon von sich behaupten! Ich kann Menschen also etwas Gutes tun und gleichzeitig auf mich achten – ist das nicht toll?
Durch unsere täglich wechselnden Einsatzorte haben wir auch viel Menschkontakt. Unsere Spendenden in den unterschiedlichsten Gemeinden und Städten, das dort ansässige Ehrenamt und auch die wechselnden Gegebenheiten vor Ort, bringen mir die perfekte Mischung aus Abwechslung und Gewohnheit. Ich persönlich habe meist noch etwas mehr Abwechslung und neuen Menschenkontakt als meine Kollegen, weil ich ziemlich vergesslich bin 😊 Im Team sind wir nicht jeden Tag in der gleichen Konstellation, aber der Teamgeist ist präsent spürbar. Wir können uns immer aufeinander verlassen. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen sind zu Freunden geworden. Natürlich werden wir zur Unterstützung mal bei anderen Teams eingesetzt, aber auch das ist immer ein „Hey, lange nicht gesehen, lass uns gemeinsam arbeiten“.
Insgesamt ist es beim Blutspendedienst einfach das große Gesamte.
Ich habe bei Sorgen und Nöten immer einen Ansprechpartner und wir haben auch einen kompetenten Betriebsrat, der immer ein offenes Ohr hat.
Der finanzielle Aspekt ist natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Wir bekommen die ein oder andere Bonuszahlung zum Gehalt (z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld), das Gehalt ist an den öffentlichen Dienst angepasst, regelmäßige Anpassungen an die Inflationsrate sind auch mit dabei. Auch erhalten wir eine innerbetriebliche Rente sowie VWL.
Rundum kurz und knackig: Wenn’s passt, dann passt’s!